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Calatrava-Orden
 
Orden von Calatrava (1157)
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Der Orden von Calatrava wurde als erster der großen spanischen Ritterorden 1158 von Abt Raimundo Serrat gegründet, ursprünglich mit der Aufgabe, die Burg Calatrava vor den Mauren zu schützen. Er gehörte ursprünglich zur Familie der Zisterzienserorden.

Ordenssitz
Die Burg
Calatrava la Vieja in der Provinz Ciudad Real am Río Guadiana in Neukastilien wurde 1147 durch König Alfonso VII. von den Mauren erobert und zum Schutz dem Templerorden unterstellt, da es der strategische Zugang der Mauren zum damals zentralen Toledo war.

Geschichte:

Nicht zuletzt wegen einer neuen  arabischen Offensive und des Rückzugs der Templer wurde Calatrava schon  verloren gegeben, als König Sancho III. die Stadt und Festung dem Zisterzienserorden übertrug, der durch Raimundo, Abt des Klosters Fitero und seinen Mönchen repräsentiert wurde.
Eingeteilt  durch Abt Don Raimundo und seinen Hauptmann Diego Velázquez und  unterstützt von einer Vielzahl von Menschen, Geistlichen wie Laien, die  dem Zisterzienserorden Treue gelobten, organisierte der Abt ein Heer von  mehr als zwanzigtausend Mann unterschiedlichen Alters und Herkunft. Als  die Mauren die große Anzahl sahen, nahmen sie Abstand und Calatrava war  gerettet.
Der  eigentliche Förderer des Ordens von Calatrava war Bruder Diego  Velázquez. Nach seinem Tod kam es zu einer Teilung: die Ritter lehnten  es ab, einen Abt als Obrigkeit zu akzeptieren und ein kontemplatives  Leben unter den Mönchen zu leben, und wählten sich einen Ordensmeister.  Die Mönche zogen sich daraufhin zurück und die Ritter wandelten den  Orden in eine Miliz um, deren Mitglieder weiterhin die drei Gelübde des  Ordens ablegten.
Der erste Großmeister des Ordens, der den Zisterziensern folgte, war Don García de Redon, der die erste Ordensregel verfasste und das Leben des Ordens formte. Er ließ sich den Orden und seine Regeln durch Papst Alexander III. bestätigen. Seine Nachfolger, darunter so illustre Namen wie Luís de Guzmán und Pedro Núñez de Guzmán,  verwandelten ihn in ein echtes Heer. Trotzdem wurde der Orden dem  Klerus zugerechnet und verfügte über Privilegien und reiche Einkünfte  aus Viehherden, Lehnsrechten, aus der vom König ihnen übertragenen  alcabalas, einer Art Mehrwertsteuer, Pachtzinsen sowie Steuerfreiheit.  In seiner Glanzzeit herrschte er über 50 Komtureien, die 23 Millionen Maravedís  jährlich einbrachten. Der Jurisdiktion des Ordens unterlagen mehr als  350 Dörfer. Der Orden fühlte sich wie alle spanischen Ritterorden  stärker dem kastilischen König als dem Papst verpflichtet. Ab 1188  wurden 5 Ritter des Calatravaordens bei Hofe stationiert.
Der maurische Heerführer Yaqub al-Mansur vereinigte ein mächtiges Heer, das neben den Almohaden auch die Truppen der Königreiche León und Navarra umfasste, die sich gegen Alfonso VIII. verbündet hatten. Er siegte 1195 in der Schlacht bei Alarcos  und nahm 1196 Calatrava erneut ein, wobei er die überlebenden  Verteidiger hinrichten ließ. Damit schob sich die Linie zwischen dem  christlichen und dem muslimischen Spanien wieder zurück auf die alte  Guadiana-Linie. Meister Ruy Díaz attackierte mit dem Rest des Ordens,  dem die Flucht rechtzeitig gelungen war, die Festung von Salvatierra,  die er in ein Haus des Ordens umwandelte. Deshalb wurde der Orden  zeitweilig auch Orden von Salvatierra genannt. Während dieser wichtigen  Kampfphase errichtete der Orden nahe der Burg Salvatierra seinen neuen  Sitz, der 1218 endgültig hierher verlegt wurde. Demzufolge wurde das  alte Calatrava nun als Calatrava la Vieja bezeichnet.
In den Folgejahren nahm der Orden an zahllosen Schlachten teil, darunter insbesondere der Schlacht bei Las Navas de Tolosa  1212. Nach dieser entscheidenden Schlacht eroberte er auch Calatrava  zurück. Von hier ging in den Glanzjahren des Ordens, in denen er an der  Reconquista teilnahm, die Initiative zum Bau zahlloser Burgen und Dörfer  aus.
Als  die Templer aufgelöst wurden, gingen fast alle ihre Güter in Spanien  auf den Orden von Calatrava über, soweit sie die beweglichen Güter nicht  auf ihrer Flucht nach Tomar in Portugal  mitnehmen konnten. Einige der Templer fanden im Orden von Calatrava  Aufnahme. Ende des 14. Jahrhunderts löste sich der portugiesische Zweig  des Ordens von Calatrava auf und bildete fortan den Ritterorden von Avis.
Die Katholischen Könige sicherten durch eine Bulle von Papst Innozenz VIII.  der Krone die Administration, um den Ritterorden und damit dem Hochadel  nicht länger beträchtliche militärische und finanzielle Macht als Staat  im Staate neben der Krone zu überlassen. Mit der Übertragung der  Großmeisterwürde durch Papst Hadrian VI. auf die Krone wurde die politische Unabhängigkeit des Ordens beendet.
Anstelle  des anfänglichen Zisterzienserhabits trugen die Ritter einen weißen  Waffenrock, ein weißes Skapulier, eine schwarze Kapuze und einen  Pilgerkragen. Ihr Ordenskleid bestand aus einem weißen Mantel mit rotem  Lilienkreuz auf der linken Seite.
Unter  der Herrschaft der folgenden Monarchen und mit dem Ende der Reconquista  auf der Halbinsel verschwand allmählich der militärische wie der  religiöse Geist. Mit der Zeit waren die einzigen Existenzgründe des  Ordens die Erzielung von Einnahmen aus seinen großen Gütern und die  Konservierung seiner Reliquien.

Säkularisierung:

1808 wurde das Vermögen des Ordens von
Joseph Bonaparte konfisziert, später 1814 unter König Ferdinand VII. zurückerstattet, um definitiv 1838 von Mendizábal säkularisiert zu werden.
Das Lilienkreuz des Calatrava-Ordens wird heute von der Schweizer Uhrenfirma Patek Philippe als Logo verwendet. Darüber hinaus existiert eine Uhren-Kollektion namens Calatrava von Patek Philippe.

Literatur:
Maximilian Gritzner: Handbuch der Ritter- und Verdienstorden aller Kulturstaaten der Welt. Leipzig 1893, ISBN 3-8262-0705-X
Joseph F. O’Callaghan: The Affiliation of the Order of Calatrava with the Order of Cîteaux. In: Analecta Cisterciensia, 16, 1960, S. 3–59.
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