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Frauen
Frauenkleidung

Während des Hochmittelalters ähnelte sich die Mode von Männern und Frauen sehr stark. Vieles von dem, was bei der Kleidung des adeligen Mannes besprochen wurde, trifft auch auf die weibliche Mode zu. Aus diesem Grunde wird im folgenden Kapitel besonders auf das eingegangen, was die Kleidung der Geschlechter unterschied.

Unterkleidung
Über die weibliche Unterwäsche sind wir aus bildlichen und schriftlichen Quellen nur unzureichend unterrichtet. Was die Frau unter dem Rock trug, blieb verborgen; die Dichter übergangen schamvoll diese Thema, auch wenn sie über andere Teile weiblicher Kleidung in epischer Länge zu berichten wussten. Es kann jedoch davon ausgegangen werden, dass die Frau keine Unterhose im heutigen Sinne oder etwas der männlichen Brouche vergleichbares trug. Auch von Seiten der Kirche wurde das Tragen von Unterhosen geächtet, würde so doch das Entweichen der als diabolisch gedeuteten Dämpfe des weiblichen Unterleibes verhindert. Auch wie mit der monatlichen Regelblutung umgegangen wurde, muss offen bleiben.
 
Chemise (Unterhemd, -rock)
Somit war das leinene Unterkleid die wichtigste Unterbekleidung der Frau. Der Schnitt des Unterkleides folgte dem des männlichen Hemdes, war aber im Gegensatz zu diesem mindestens knöchellang. Für die höfische Mode sind auch Unterkleider aus Seide belegt.

 
Strümpfe
Die Frau trug außerdem, um die sicherlich auch damals schon stets kalten Füße zu wärmen, aus Stoff genähte oder aus Nadelbinding gefertigte Strümpfe. Diese Strümpfe wurden mit Riemen oder Bändern unterhalb der Knie am Bein befestigt. Einige Strümpfe haben in verschiedenen Kirchenschätzen die Jahrhunderte überdauert, sodass wir uns von der Konstruktion ein recht genaues Bild machen können. Als Beispiele seien die aus Leinen gefertigten Nadelbindingstrümpfe des heiligen Germanus und die seidenen Stoffstrümpfe des heiligen Desiderius, beide aus dem 12. Jahrhundert, genannt.




Oberkleidung
Während im 12. Jahrhundert eine starke Betonung der weiblichen Formen durch Schnüren des Oberkörpers zu beobachten war, nahm diese Tendenz im 13. Jahrhundert wieder etwas ab. Auch die zum Teil bis zum Boden reichenden Trompetenärmel verschwanden im 13. Jahrhundert wieder rasch aus der Mode. Auffallend ist jedoch der große Faltenreichtum der Frauengewänder. Dies wurde, wie in der Herrenmode auch, durch einnähen von Keilstücken, den Gehren, erreicht. Die Limburger Chronik aus dem 14. Jahrhundert gibt uns darüber Auskunft, dass Kleider mit bis zu vierundzwanzig und dreißig Gehren auf das faltenreiche Volumen des Rockteils gebracht wurden. Es mag auf den ersten Blick wie eine starke Übertreibung erscheinen, mit dem Fund des Kleides von Herjolfsnes aus dem grönländischen Permafrostboden besitzen wir jedoch eine Relikt aus der Zeit um 1300, die insgesamt aus immerhin 14 Teilen besteht und sich hierdurch deutlich von dem einfachen hemdartigen Zuschnitt einer Cotte unterscheidet. Aber auch in den nun wieder weiteren Kleidern, wurde der weibliche Körper stark betont. Die Ärmel der Gewänder waren nicht immer fest angenäht, sondern nur an das Obergewand angenestelt (angeschnürt). Der berühmte Minnesänger Ulrich von Lichtenstein (*~1200, +1275) berichtet, dass er sich für seinen Minnedienst, bei dem er als Frau Venus verkleidet über das Land fuhr, 12 Frauenröcke anfertigen lies, zu denen insgesamt 30 Paar Ärmel gehörten. Die abnehmbaren Ärmel spielten auch als Liebes- und Treuepfand eine wichtige Rolle im Zeremoniell, dass sich um das Turnierwesen ausbildete. Der zum Teil verschwenderische Umgang mit Stoff zeigte sich auch daran, dass die Frauengewänder sehr lang wurden und über den Boden schleiften, sodass sie beim Gehen gerafft werden mussten und Schleppen bekamen.

Cotte
Die Cotte der Frau unterschied sich lediglich in Länge und Anzahl der Gehren von der Cotte des Mannes. Für diese Gewandform hat sich eines der wenigen Kleidungstücke aus dem ersten Drittel des 13. Jahrhunderts erhalten. Es handelt sich um das sogenannte Bußgewand der heiligen Elisabeth, dass in der Pfarrkirche St. Martin in Oberwalluf aufbewahrt wird. Diese Cotte ist aus braunem Wollköper hergestellt. Als Besonderheit dieses Originals finden wir hier bereits eine der Körperform angepasste, schräg geschnittene Schulternaht.

       

Surcot
Auch der weibliche Surcot glich zunächst seinem männlichen Gegenstück. Im Laufe des 14. Jahrhunderts vergrößerte sich der Armausschnitt immer mehr, sodass er schließlich bis zur Taille reichen konnte. Hierdurch wurde der Blick auf das Untergewand gelenkt und so die weibliche Form stark betont. Eine solche Mode musste natürlich der Kirche missfallen, weshalb diese gegen die Höllen- oder Teufelsfenster genannten Armausschnitte zu Felde zog. Wer es sich leisten konnte, verwendete auch Seide. Gefüttert wurde mit Seide, feinem Leinen oder edlem Pelz. Die Farben waren kräftig. Zur Farbe gelb ist zu sagen, dass Kleider auch mit gelben Stoffen abgefüttert wurden und dass das nichts über den Neben- oder Haupterwerb der Dame aussagt!

       


 
 
Bliaut
Der Bliaut bestand im Gegensatz zur Cotte aus einem Oberteil, das eng an den Körper angeschnürt werden konnte. Manche Abbildungen legen die Vermutung nahe, dass der Rockteil, bereits in Falten gelegt, an das Oberteil angenäht war. Als weitere Besonderheit war die Taille sehr tief geschnitten, sodass sich nach der Schnürung des Oberteiles dieser „Stoffüberschuss“ in kleine horizontale Falten legte. Die Ärmelform konnte stark variieren. So finden wir im 12. Jahrhundert die zum Teil bis zum Boden reichenden Trompetenärmel, aber auch Ärmel die so eng waren, dass sie erst nach dem Anlegen des Gewandes vernäht wurden. Auch wenn uns, der Bliaut als typisch für die Damenmode des Hochmittelalters erscheinen mag, wurde diese Gewandform auch von Männern getragen und blieb im Grunde nur eine modische Episode wenige Jahrzehnte des 12. Jahrhunderts.

        

Houppelande
Gegen Ende des 14. und zu Beginn des 15. Jahrhunderts war die Houppelande ein beliebtes Kleidungsstück, sehr variantenreich durch verschiedene Ärmel- und Kragenformen. Eine besonders schöne Variante der Houppelande ist die vorne geöffnete Form. Sie wird wie ein weiter Mantel getragen, dabei zeigt sich dann ein schön verziertes Unterkleid. Geschlossen wir die Houppelande mittels weniger Knöpfe, die oberhalb des Gürtels angebracht sind. Die Houppelande wird von Männern sowohl auch von Frauen getragen.

  


Mäntel
Bei den Mänteln lassen sich keine wesentlichen Unterschiede zwischen den Geschlechtern feststellen, sodass das für die männliche Wetterkleidung gesagte auch für den Wetterschutz der Frauen gilt. Bei schlechter Witterung trug man einen Mantel, der sich von einem körperverhüllenden Umschlagtuch zum Schutz gegen Kälte und Feuchtigkeit zu einem halbkreisförmigen Tasselmantel entwickelte.

Kopfbedeckungen
Bis weit in die Neuzeit hinein bedeckte die Frau ihr Haar mit verschiedenen Kopfbedeckungen. Haar zu zeigen wurde allenfalls bei Mädchen und unverheirateten Frauen von Kirche und Gesellschaft toleriert. Für eine ehrbare Ehefrau wäre dies undenkbar gewesen, kam sie bei der Hochzeit doch sprichwörtlich „unter die Haube“. Wie bei den Formen der männlichen Kopfbedeckungen darf auch bei denen der Frau der hygienische Aspekt nicht übersehen werden. Die einfachste und durch alle gesellschaftlichen Schichten verbreiteste Form von weiblicher Kopfbedeckung war wohl das rechteckige oder dreieckige Kopftuch aus Leinen. Dieses wurde um den Kopf und teilweise um Wangen und Kinn gebunden und verbarg das Haar vollständig. Hierbei ergaben die verschiedenen Möglichkeiten des Bindens und Knotens eine erstaunliche Vielfalt an Tragemöglichkeiten. Viele zeitgenössische Abbildungen lassen bei den Kopftüchern eine wulstartige Verdickung auf der Stirn erkennen.

Haube

Die zweite Variante einer alltagstauglichen Kopfbedeckung für alle Gesellschaftsschichten war die Haube, die mittels angenähten Bändern oder mit Nadeln am Kopf fixiert wurde. Die Haube bestand aus einem halbkreisförmigen Stoffstück, dessen hintere Partie in Falten gelegt wurde um so ausreichenden Platz zur Aufnahme der Haare zu schaffen. Neben dieser einfachen Form aus Leinen, traten im Laufe der Jahrhunderte auch aufwendige Haubenkonstruktionen aus Seide, Damast oder Brokat.


Haarnetz
In Filettechnik oder Sprang hergestellte sackförmige Haarnetze waren eine weitere Variante das Haar zu bedecken. Diese konnten mit Perlen geschmückt sein.

     

Schleier
Der Schleier war über viele Jahrhunderte ebenfalls eine sehr wichtige weibliche Kopfbedeckung. Je nach gesellschaftlichem Status mag er aus Leinen oder Seide gewesen sein. Seine Form war rechteckig, rund oder oval. In der bildenden Kunst finden wir den Schleier auch in Kombination mit dem Schapel oder dem Gebende. Die Trageweise mit einem rechteckigen Tuch, das über das Kinn von Ohr zu Ohr reichte und als Gorget, Veil oder Wimpel bezeichnet wurde, hat sich bis heute als Bestandteil der Nonnentracht erhalten. Auch bei den Schleiern wurden durch Stickereien zum Teil wahre Kunstwerke geschaffen.

     


Gebende
Die typische Kopfbedeckung für die adelige Frau des 13. Jahrhunderts war das Gebende. Hierbei handelte es sich um zwei rechteckige Tücher aus Leinen oder Seide, von denen das eine um Kopf und Kinn gelegt wurde, während das zweite über der Stirn verlief. Befestigt wurden beide durch Nadeln, die zum Teil aus Edelmetall hergestellt waren und Kugeln aus Korallen oder Glas aufwiesen. Das Gebende sollte möglichst eng anliegend getragen werden, um so die Tugendhaftigkeit der Trägerin zu unterstreichen. Das Stirnteil des Gebendes konnte auch plissiert oder rüschig erscheinen. Auch Kombinationen mit einem Schleier waren möglich. Schließlich wurde der Stirnreif von einer haubenartigen Form abgelöst, die das Haar vollständig verbarg.

        

 
 
Schapel
Das Schapel entwickelte sich aus Kränzen aus frischen Blumen oder Laub und war schließlich ein Ring aus Bunt- oder Edelmetall, der wie ein Kronreif getragen wurde und mit Edelsteinen und floralem Dekor geschmückt war, konnte aber auch aus textilen Materialien bestehen. In Lübeck wurde ein Schapel aus besticktem Leder (13./14. Jahrhundert) gefunden.
Das Schapel wurde von jungen Frauen, die noch nicht ihr Haar ganz verbergen mussten, gerne getragen. In seiner schlichtesten Form, dem Kranz aus Laub oder Blumen war es auch beim einfachen Volk als Festtagsschmuck beliebt. Der Metallreif diente aber auch dazu, einen Schleier auf dem Haupt zu fixieren. Unterschiede zum Schapel, das von Männern getragen wurde, gab es keine.

  



Hennin
Hennin war eine Art der Kopfbedeckung, die durch Frauen im späteren Mittelalter getragen wurde. Der Hennin hatte eine Kegelform und einen herabhängenden eingearbeiteten Schleier. Man fertigte den Hennin aus Pappe und Stoff, hatte mit Messingdraht und Fischbein gestärkt und mit Perlen oder Stickereien geschmückt. Besonders populär wurde der Hennin in Frankreich in Burgund, wo er zwischen 14. und 15 Jh. erschien. Die Mode auf derartige Kopfbedeckung verbreitete sich auf andere Länder Europas: Italien, Holland und Deutschland. Der Hennin konnte bis zu 100 Zentimeter hoch sein, was auch von der hohen Position der tragenden Frau zeugte.

      



Kleidungszubehör
Zum modischen Kleidungszubehör zählten Gürtel, Almosenbeutel, Gürteltasche, Umhängetasche, Broschen und sonstige Schmuckstücke. Diese waren je nach Stand aufwändig gearbeitet. Als Schmuckgürtel diente oft eine Brettchenborte.

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