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Waffentechnik


Waffentechnik
des 11./12. Jahrhunderts 


 
 
Allgemeines

 
Waren im frühen Mittelalter noch typische Waffenformen der Spätantike im Gebrauch, wandelten sich diese zu den hochmittelalterlichen Waffen. So entwickelte sich aus der römisch-germanischen Spatha das klassische Ritterschwert. Gleichsam wandelte sich der hölzerne Rundschild mit Eisenbuckel über ovale Formen zum dreieckigen Schild aus Holz oder Metall. Die Reiterlanze wurde im hohen Mittelalter unter den Arm geklemmt und - anders als der Wurfspeer - nicht mehr in der erhobenen Hand geführt. Im späten Mittelalter kamen Schwerttypen auf, die man beidhändig führte, z.B. Anderthalbhänder, sogenannte Lange Schwerter und schließlich Zweihandschwerter. Aber auch spezialisierte Stangenwaffen wie die Hellebarde fanden immer weitere Verbreitung.

Im Mittelalter wurden Waffen schon unter industriellen Bedingungen gefertigt. Geachtet wegen ihres kunstvollen Handwerks, zogen Waffenschmiede ähnlich wie Landsknechte von Dienstherr zu Dienstherr und verkauften ihre Leistungen. Teilweise führten Waffenschmiede dabei ihre Halbzeuge mit sich, die dann zu besonderen Waffen nach den Erfordernissen ihrer Abnehmer fertig gestellt wurden. In Vorbereitung von Feldzügen wurden Waffen in großen Mengen benötigt und von Waffenschmieden in Fertigungsketten hergestellt. So arbeiteten Verhüttung und Eisenerzeugung, Schmiede und Schleiferei Hand in Hand, hinzu kamen noch Holz und andere Materialien verarbeitende Gewerke hinzu. Die Entwicklung von Kriegsmaschinen und Belagerungsgeräten wie Katapulten und Schleudern wurde bis zur Verwendung des Schießpulvers weiter betrieben.
Auch die Entwicklung von Schutzwaffen wie Körperpanzerungen wurde bis zu einem gewissen Grad der Unsinnigkeit weiter betrieben; so gab es Rüstungen, die ihre Träger trotz guter Physis im Einsatz schlicht überforderten. Bei dem großen Bedarf an Soldaten und Waffen in dieser kriegerischen Epoche der Menschheit wurde auch gerne auf Bauern und Landarbeiter zur Auffüllung der Armeen zurückgegriffen und mangels ausreichender Bestände an Waffen – und zum Teil auch wegen der Unfähigkeit der einfachen Leute, mit diesen Waffen umzugehen – bewaffnete sich das Landvolk mit dem, was zur Verfügung stand; hölzerne Mistgabeln, Dreschflegel, Sensen, Knüppel, Beilen und Äxten.
Eine weitere Entwicklung fand in der Hauptsache bei den Bogenwaffen statt. Die Doppel- und Hornbogen, die sich noch im Altertum großer Beliebtheit erfreuten, wurden von gut durchdachten Konstruktionen mit höherer Federwirkung und damit besserer Energieausnutzung verdrängt. Armbruste (der Begriff kommt von 'Arcuballista' und hat weder mit Arm noch mit Brust etwas zu tun) verschiedener Entwicklungsstufen eroberten sich wegen der hohen Durchschlagskraft einen vorderen Platz in der Beliebtheitsskala, weil sie in der Lage waren, Körperpanzerungen zu durchschlagen, aber vor allem, weil die Anlernzeit für einen Armbrustschützen wesentlich kürzer war als die für einen Langbogenschützen. Später wurden die Armbruste durch Feuerwaffen verdrängt.
Die Erfindung des Schwarzpulvers (Anfang des 13. Jahrhunderts) hielt sehr bald Einzug in die Waffenentwicklung. Recht früh wurden primitive Handrohre eingesetzt. Jedoch war die neue Technik noch schwer zu handhaben, so dass es noch einmal ein gutes Jahrhundert brauchte, um effiziente Feuerwaffen zu entwickeln und schließlich die Verdrängung bisher genutzter Waffen einzuleiten.


 
Schutzwaffen ca 1050-1250
 
 
Rüstung
Eine wertvolle Quelle, die uns etwas über die Schutzkleidung des Ritters aus dem elften Jahrhundert verrät ist der Teppich von Bayeux, der die Eroberung Englands durch Herzog Wilhelm darstellt. Es ist eine Vielfalt an Kriegern, Waffen und Rüstungen abgebildet, über deren Bekleidung sich sonst oft nur mit Hilfe der spärlichen Funde aus Ausgrabungen eine Aussage fällen lässt.
 
 
Kettenhemd/Ringelpanzer
Wie in der Abbildung zu sehen ist, bestand die Schutzkleidung des Ritters aus einem in der Mitte geschlitzten Kettenhemd mit rundem Halsausschnitt, dass bis über die Oberschenkel reichte. Diese Hemden waren aus vielen tausend Eisenringen gearbeitet und aufgrund des hohen Arbeitsaufwandes extrem kostbar. So konnte der Wert eines Kettenhemdes durchaus den Gegenwert von 70 Schafen (6 Ochsen oder 12 Kühe) ausmachen, so dass es nur Lehnsherren finanziell möglich war ein Kettenhemd zu erwerben. Auch durften Kettenhemden nicht ins Ausland verkauft werden. Auch der Kopfschutz wurde zunächst durch das Kettenhemd gewährleistet, dass als Kapuze bis über den Kopf reichte und Hals und Nacken zusätzlich schützte. Wovon sich der Begriff "Halsberge" ableiten sollte. Im Teppich von Bayeux (Mitte 11. Jh.) wird dargestellt wie leicht gerüstete Knappen den gefallenen Feinden die Kettenhemden über den Kopf ausziehen, was ein deutlicher Hinweis darauf ist, dass das Kriegsmaterial wiederverwendet wurde. Im 12. Jahrhundert wurden die langen Ärmel noch weiter verlängert, damit sie auch die Hände bedecken und schützen konnten, und endeten in handschuhartigen Fäustlingen. Dazu trug man Beinlinge aus Kettengeflecht. Die ganze Rüstung wog dann 12-15 kg. Im Übergang vom 12. zum 13. Jh. wurde über dem Kettenhemd ein ärmelloser Waffenrock aus leichtem Stoff  getragen. Dieser verhinderte das Aufheizen des Kettenhemd in der extremen Hitze des Heiligen Landes. Diese Technik hatten sich die Ritter von den Muslimen abgeschaut. Erst in zweiter Linie waren die Waffenröcke dazu geeignet, ihre Träger durch Farben und Wappen zu kennzeichnen. Der Ringelpanzer war vor allem dazu geeignet, den Körper des Kriegers gegen Schnittverletzungen zu schützen. Vor wuchtigen Hieben, die auf Knochenbrüche abzielten, schützte er hingegen nicht. Um diese abzufedern wurde unter dem Kettenhemd deshalb ein gepolstertes Untergewand aus Leinen, Filz oder Leder angelegt (ab dem 12. Jh. sind diese als franz. gambeson belegt). Dieser zusätzliche Schutz verhinderte zudem, dass sich zerbrochene Ringe in die Wunde eindrückten. Weniger geeignet war das Kettenhemd indes zur Abwehr von Pfeilen und Bolzen - besonders dann, wenn diese mit sehr schmalen, rüstungsbrechenden Spitzen versehen waren,
 
 
Schild
Als zusätzliche Verteidigung führte man einen Schild, der zunächst mandelförmig (1040-1200), später dreieckig (1140-1200) war. Schon in diesen frühen Jahren kam es in der Kriegstechnik dazu, dass Innovationen in der Defensivtechnik zu ausgefeilteren Entwicklungen von Angriffswaffen führten, die wiederum verbesserte Verteidigungstechnik zur Folge hatten. Um 1200 gab es dann noch den verkürzten Mandelschild, der vorwiegend bei der Reiterei eingesetzt wurde.

 
 



Helm
So kam es dazu, dass die Kettenkapuze bald durch einen Helm ersetzt wurde, der zunächst als konischer Helm mit Nasenspange weite Teile des Gesichts unbedeckt ließ. Später kam der Topfhelm auf, der den gesamten Kopf bedeckte und mit Sehschlitz und Atemlöchern ausgestattet war. Beide Helme mussten gut festgebunden werden und mit der darunter getragenen turbanartigen Polsterung eine Einheit bilden, denn nur so konnten sie ihre Schutzfunktion entfalten. Auch beim Kettenhemd wurden nun Innovationen erforderlich, da beispielsweise Pfeilspitzen entwickelt worden waren, die nadelspitz waren und somit das Kettenhemd durchdringen konnten. Damals wie heute unterlagen Schutz- und Zivilkleidung modischen Strömungen, die verschiedene Elemente prägten.




Angriffswaffen

Schwert
Schwerter wurden in Europa schon seit 3000 Jahren verwendet, doch erst den Wikingern gelang es, hochwertige Stahlklingen herzustellen, die sich im Zuge ihrer Eroberungszüge allmählich in ganz Europa verbreiteten. Das Wikingerschwert hatte eine Breite klinge, was darauf hindeutet, dass es in erster Linie zum Schlagen verwendet wurde. Die Klinge war meist ca. 80 cm lang, zweischneidig und in der Mitte mit einer Einkerbung versehen, die zur Gewichtsreduktion diente. Natürlich verfügte es auch über eine Spitze, mit der Stöße ausgeführt werden konnten. Der Griff des Wikingerschwerts war kreuzförmig und mit einer kurzen Parierstange ausgestattet, die senkrecht zur Klinge stand. Um das Schwert auszubalancieren verfügte es über einen schweren, kugelförmigen Knauf. Als Dekoration war diese Form des Schwerts manchmal mit Silber oder Gold eingelegt. Während die Form der Schwerter sich in weiten Teilen Europas sehr ähnlich war, kam es lokal auch zu Abweichungen. So sind auf dem Teppich von Bayeux auch Schwerter zu finden, die mit einer längeren Parierstange ausgestattet waren. Diese Form des Schwertes dominierte bis in die Mitte des 13. Jahrhunderts.
Ab dem 12. Jahrhundert wurden die Klingen dann länger und schlanker, die Knäufe eher scheibenförmig und die Parierstange oft in Richtung der Klinge gebogen. Der Schwertknauf, welcher vereinzelt auch aus Bergkristall oder Japsis bestand, veränderte sich gegen Ende des zwölften Jahrhunderts dahin, dass der scheibenförmige Knauf mit Höckern versehen wurde (sog Radknauf). Dieses Design herrschte dann für den Rest des Mittelalters vor.
Bei den Veränderungen der Gestaltung von Schwertern spielten immer sich wandelnde Kampftechniken und auch modische Einflüsse eine Rolle. Letzteres machte sich bei den Schwertern z.B. in Form von religiösen Inschriften bemerkbar, die mit Messing eingelegt waren. Auch wurden vereinzelt Schmiedemarken eingeschlagen.





 
 
Dolch
Als Ergänzung zum Schwert trug der Ritter oft einen Dolch, für den Fall dass sein Schwert verloren ging oder brach. Auch für den Todesstoß eines am Boden liegenden Feindes wurde der Dolch gebraucht.

Lanze
Als Flügellanze wird eine spezielle Form einer Lanze bezeichnet, bei der sich zwischen der lanzettförmigen Gratklinge und der Tülle zwei quer zum Schaft sich gegenüberstehende Fortsätze befinden. Sie wurde seit dem Frühmittelalter bis etwa 1200 verwendet und war vorrangig eine Kriegswaffe, wurde wohl aber auch zur Wildschweinjagd eingesetzt. Bereits ab dem 10. Jahrhundert scheint die Flügellanze im Reich der Ottonen auch eine repräsentative Funktion gleichrangig neben dem Schwert ausgeübt zu haben. Die unter den Ottonen erstmals aufgetauchte Heilige Lanze und die zahlreichen Abbildungen von Wächtern mit Flügellanzen in der ottonischen Buchmalerei stützen diese These. Die Länge der Klinge beträgt etwa 50 cm bei einer Breite von ca. 5 cm. Das Gesamtgewicht des Lanzeneisens liegt zwischen 500 und 600 g.
Wahrscheinlich wurde diese Lanzenform hauptsächlich von der Kavallerie eingesetzt, um im vollen Galopp den Gegner zu treffen. Die Flügel verhinderten in diesem Fall das zu tiefe Eindringen der Lanze in den Körper des Gegners bzw. des Wildes und erleichterten somit das Herausziehen der Lanze.
Möglicherweise dienten die Flügel aber auch zum Parieren und Ablenken gegnerischer Stöße mit Lanzen und Speeren. Geübte Kämpfer vermögen auch Schwerthiebe damit zu parieren und durch die Länge der Waffe sofort zum tödlichen Gegenangriff überzugehen. Dabei konnte man die Flügellanze nicht nur als reine Stichwaffe einsetzen, sondern durch die lange und durchgeschärfte Klinge auch für schneidende und schlagende Angriffe vor allem gegen leicht gerüstete Gegner eingesetzt werden. Neuere Untersuchungen unterstützen diese These. Neben der Dekorwirkung bestand wohl die Möglichkeit mit Hilfe der Flügel im Nahkampf hinter den Schild des Gegners zu fassen und den Schild beiseite zu ziehen. Außerdem konnte damit nach Körperteilen des Gegners gehakt werden.
 
 
 
Spieß/Saufeder
Der Spieß ist eine der ältesten Waffen des Menschen. Im 10. und 11. Jahrhundert verwendete man den Spieß mit langem Blatt und zwei Knebeln. Auch in der Jagd wurde er als sog. Saufeder gegen Wildschweine eingesetzt. Dieses wehrhafte Tier greift an, wenn es Junge zu verteidigen hat und gereizt wird. So hielt man der heranstürmenden Sau den Spieß entgegen, der unterhalb des Blattes mit einem Querbalken ausgestattet war, damit er nicht zu tief in das Tier eindringt. Um die dicke Haut des Schweins zu durchdringen, war der Spieß vorn wie eine schmale Feder geformt. Daraus begründet sich der Name »Saufeder«. Diese Form der Jagd war nicht ungefährlich und manch einer wurde dabei von der Sau schwer verletzt. Bei dieser Waffe entwickelten sich verschiedene Abarten. So war die Runka als Dreizack konstruiert und machte einen respekteinflößenden Eindruck.
 
Keule, Streitkolben und Morgenstern
Aus der Keule, einer sehr frühen Waffe des Menschen, entwickelte sich im Mittelalter der Streitkolben. Seit dem 12. Jahrhundert war diese Waffe mit einem gefächerten Metallkopf ausgestattet und erfreute sich mit dem Aufkommen des Plattenharnischs wachsender Beliebtheit. Während es mit dem Schwert schwierig war, eine Rüstung zu durchdringen, bot der Streitkolben hier bessere Möglichkeiten. Aufgrund seiner Einfachheit war der Streitkolben bis ins 17. Jahrhundert eine typische Waffe des Fußvolks, doch mit einem kürzeren Schaft ausgestattet wurde er auch in der Reiterei eingesetzt. Eine Abart des Streitkolbens ist der Morgenstern, der an Stelle des gefächerten Kopfes mit einer Stachelkugel ausgestattet war. An einer Kette geführt, sprach man von einem Flegel. Wenngleich der Streitkolben eine einfache Waffe war, wurden aufgrund seiner symbolischen Bedeutung auch Prunkwaffen hergestellt, die überaus reich verziert wurden.









Streithammer

Auch der Streithammer ist eine einfache Waffe, deren Ursprung wahrscheinlich in den Kreuzzügen zu suchen ist, als sich die Bauern mit allem bewaffneten, was Ihnen zur Verfügung stand. Ähnlich dem Streitkolben, wurde der Streithammer bei Fußvolk und Reiterei eingesetzt um ihn beim Kampf gegen den Plattenharnisch einzusetzen. Ebenso veränderte sich der Streithammer im Zeitablauf wenig und es wurden auch von dieser Waffe Prunkstücke hergestellt.
 
Axt
Seit der Zeit der Wikinger bis zum 16. Jahrhundert wurden Äxte im Kampf eingesetzt, gerade während des 15. Jahrhunderts im Fußkampf. Die Rückseite der Streitaxt hatte dabei einen Hammer oder mehrere Stacheln, beide Enden des Stiels waren mit Spitzen ausgestattet. Manchmal wurde die Axt als Ergänzung zum Schwert getragen. In diesem Fall besaß sie einen kürzeren Stiel und kleineren Kopf. Eine Spezialform der Axt stellte die Helmbarte dar. Sie wurde ab dem 13. Jahrhundert in der Schweiz eingesetzt. Charakteristisch sind für diese Waffe ein 2,50 m langer Schaft mit hackbeilförmiger Klinge, die vorne spitz zuläuft. Später wurde die Klinge eher rechteckig und am vorderen Ende ein Stachel angebracht. Auch an der Rückseite versah man den Kopf der Waffe wenig später mit einem Stachel. Der Vorteil der Helmbarte lag in der Wucht der Hiebe, die mit ihr ausgeführt werden konnte. Die Spitze war gut geeignet auch einen Plattenharnisch zu durchstoßen.
 
Bogen und Armbrust
Die Schusswaffen des Mittelalters waren Bogen und Armbrust. Der Bogen war seit Beginn des Mittelalters in ganz Europa verbreitet und kommt erst im 16. Jahrhundert mit der verstärkten Nutzung von Handfeuerwaffen außer Gebrauch. Gerade der englische Langbogenschütze war gefürchtet und sicherte England in seinen Schlachten auf dem Kontinent lange Zeit eine überlegene Position. Der verwendete Bogen war ca. 1,50 m lang und verfügte über eine maximale Reichweite von etwa 350 m. Wie andere Militaria auch, unterlagen die Pfeilspitzen einem ständigen technologischen Wandel. Frühe Spitzen waren aus Eisen geschmiedet und relativ breit. Mit dem Aufkommen des Plattenharnischs wurden die Spitzen sehr viel dünner und nadelspitz geformt, damit sie sich beim Aufprall eine Fuge in der Rüstung suchen und eindringen konnten. Demgegenüber wurden die Spitze der Jagdpfeile breit gearbeitet, um beim Tier eine tödliche Wunde zu reißen und oft auch mit Widerhaken ausgestattet.

Im Gegensatz zum Bogen war die Armbrust sehr viel kompakter gestaltet und verfügte über einen kleineren Bogen. Dieser Stand in Punkto Spannkraft dem Langbogen jedoch in nichts nach, da er sehr viel steifer war. Während die frühe Armbrust noch per Hand gespannt wurde, nutzte man später die Gesetze der Mechanik und bemächtigte sich beim Spannen der Hebelwirkung, indem einfache Maschinen, wie Winden verwendet wurden. Zum Spannen stellte der Schütze seinen Fuß in einen Bügel, der am vorderen Ende der Armbrust angebracht war. Dann kurbelte er die Sehne mit der Winde auf, die sich am unteren Ende der Armbrust befand. Die Spannvorrichtung verfügte dabei oft über eine lose Rolle, so dass zusätzlich zur Hebelwirkung der Kurbel ein Flaschenzug eingebaut war. Im Gegensatz zum Bogen, kam es also beim Gebrauch der Armbrust nicht auf die Kraft des Schützen an. Ein weiterer Vorteil lag darin, dass die Armbrust längere Zeit in gespanntem und damit schussbereiten Zustand gehalten werden konnte, ohne dass der Schütze Kraft einsetzen musste. Auch war die Ausbildung für den Armbrustschützen weniger aufwendig als für den Bogenschützen. Die verwendeten Armbrustbolzen waren kurz und dick und besaßen eine Reichweite, die dem Langbogen in nichts nachstand. 

 





Die Oakeshott-Klassifikation für Schwerter

Die Oakeshott-Klassifikation des mittelalterlichen Schwertes basiert auf der Morphologie der Klinge (während die meisten früheren Klassifikationen auf der Morphologie des Gefäßes beruhen). Sie unterteilt Schwerter in 13 Haupttypen - nummeriert von X bis XXII. Ewart Oakeshott führte diese Einteilung in seinem Buch „The Sword in The Age of Chivalry 1964“ (überarbeitete Auflage 1981) ein. Das System ist eine Fortsetzung von Jan Petersens Klassifikation des Wikinger-Schwertes, („De Norske Vikingsverd“, 1919, überarbeitet und nummeriert von I bis IX 1927 von R. E. M. Wheeler).

 

 

Einteilung:

Typ X:

Die Klingen sind breit, von mittlerer Länge (ca. 31" = ca. 79 cm), breite Hohlkehle bis ca. 1" = 2.54 cm vor der zumeist runden Spitze endend; gebräuchlich bis in das 12. Jh. hinein. Subtyp Xa: Die Hohlkehle verläuft schmaler, die Klinge ist etwas länger; gebräuchlich ca. 1000-1300.

Typ XI:

längere Klinge, schmalere Hohlkehle als Typ X; spitz zulaufender Ort (Spitze der Klinge); wahrscheinlich zwischen ca. 1100-1175 gebräuchlich. Subtyp XIa: nur etwas breiter und kürzer.

Typ XII:

mit breiter und flacher Klinge. Die Oakshott-Kriterien für diesen Typ sind: 1. ein spitzer Ort und kurzer Griff, nie zu einer Länge von anderthalb Hand; 2. Hohlkehle weniger als 2/3 der Klingenlänge; wegen der Verbreitung während des gesamten Hochmittelalters leicht mit anderen Typen verwechselbar. Subtyp XIIa: wie Typ XII aber bei längerem Griff beidhändig zu führen; gebräuchlich im 13. und 14. Jh. Gewicht ca. 1,36 -1,8 Kilogramm.

Typ XIII:

Dieser Typ verkörpert die klassische Ritter-Klinge, die sich während des Zeitalters der Kreuzzüge entwickelte. Gebräuchlich in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Klingen sind lang und breit mit parallelen Schneiden und einer gerundeten Spitze. Die Griffe, länger als bei früheren Typen, typischerweise ca. 15 Zentimeter, erlauben gelegentlichen beidhändigen Gebrauch. Das Kreuz verläuft gerade, und die Knäufe sind nuss- oder scheibenförmig (Oakeshott Knauf D, E und I). Subtyp XIIIa: große Schwerter, Klingenlänge bis 1m, Griffholz bis 25cm; Sie entsprechen dem Grans espées d'Allemagne und erscheinen im 12. Jahrhundert, blieben bis in das 15. Jahrhundert populär. Subtyp XIIIb: Wie Typ XIII, aber mit Einhand-Griff.

Typ XIV:

Ewart Oakeshott beschreibt Klingen des Typs XIV als kurz, breit und sich stark zum Ort verjüngend , die Hohlkehle, eventuell auch mehrere, macht ca. 2/3 der Länge aus. Der Knauf hat immer eine Rad-Form. Das Kreuz ist im Allgemeinen eher lang und gewölbt.

Typ XV:

sich verjüngende Klinge mit rautenförmigem Querschnitt, spitzer Ort, im Gebrauch ca. 1300-1500. Subtyp XVa: längere und schmalere Klinge, Griffholz 18-25 cm, die typischen Liechtenauer-Fechtschwerter.

Typ XVI:

Klingenlänge ca. 70-80 cm, Subtyp XVIa: länger, kürzere Hohlkehle.

Typ XVII: Klinge lang, spitz zulaufend, sechseckiger Querschnitt, beidhändiger Griff, sich zuspitzend, schwere Klingen, mehr als 2 Kilogramm wiegend, wurden verwendet zum Durchbohren von Rüstungen, im Gebrauch ca. 1360-1420.

Typ XVIII:

sich zuspitzende Klingen mit kurzem Griffholz (ca. 10cm); Diamantquerschnitt. Subtyp XVIIIa: schlanke Klingen, ca. 80cm Länge; längerer Griff (13cm) Subtyp XVIIIb: lange schlanke Klinge, noch längerer Griff (25-30cm); gebräuchlich ca. 1450-1520. Subtyp XVIIIc: breite Klinge, ca. 90cm lang

Typ XIX:

Klingen des 15. Jahrhunderts für einhändigen Gebrauch, breit, parallele Schneide, schmale Hohlkehle, Ricasso.

Typ XX:

14. bis 15. Jahrhundert Anderthalbhänder-Klingen, häufig mit zwei Hohlkehlen im oberen Viertel. Subtyp XXa: schmalere Klingen.

Typ XXI:

Cinqueda-Klingen, spätes 15. Jahrhundert.

Typ XXII:

 

breite flache Klingen, zwei schmale Hohlkehlen, um 1500.



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Kommt ein Kreuzritter nach einigen Jahren von einem
Kreuzzug zurück auf seine Burg. Als seine Frau ihn sieht, sagt sie: "Deine Haare grau, dein Gesicht ist schmal, ich glaub, du bist nicht mein Gemahl." Da sieht er sie an und sagt: "Dein Busen hängt, der Hintern breit, is gscheiter, wenn i weiter reit."
 
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